Pressestimmen
Konzertdramaturg Eberhard Steindorf im Programmheft
zum
1. Aufführungsabend der Sächsischen Staatskapelle Dresden
1990:
Der Dresdner Komponist Rainer Lischka ist den Freunden unserer Kammermusik
ein guter Bekannter: Seit vielen Jahren erscheinen seine Werke in den
Programmen der Kammer- und Aufführungsabende, von den Musikern gern
gespielt, von den Hörern stets mit größtem Interesse und
vier Beifall aufgenommen. Sein Anliegen ist es von jeher, auf ganz eigene
Weise -ebenso anregend wie erfreuend- Heiteres mit ernstem Anspruch zu
verbinden.. Er schreibt mit scheinbar leichter Hand, aber nicht leichtgewichtig;
dabei setzt er seine kompositionstechnisch-handwerklichen Mittel bewußt
und gekonnt ein. Seine Melodik, Rhythmik und Harmonik erscheinen phantasievoll,
frisch und unverbraucht und deshalb auch in den wiedergegebenen Empfindungen
natürlich und verständlich. Lischka denkt an die Interpreten
mit dankbaren und reizvollen Aufgaben, spielbar und spielfreudig, die
musikalische Individualität des Instruments (meist auch des Instrumentalisten)
im Auge, und er denkt an das Publikum, berechtigterweise fordernd, es
aber nicht überfordernd, oft im besten Sinne unterhaltend.
Gerhard Böhm in den "Dresdner Neuesten Nachrichten"
vom 6.5.97:
Die seltene Kunst, daß neue Musik Spielern wie Zuhörern
gleichermaßen noch Spaß machen könnte, bewies auch der
Dresdner Komponist Rainer Lischka mit seinem famosen Quintett "Calls",
das bezeichnenderweise E- und U-Elemente gekonnt verknüpft und allen
Spielern dankbare Aufgaben stellt.
Peter Zacher in der "Sächsischen Zeitung"
vom 4.12.97:
Erfreulich war die Uraufführung ...im Dresdner Gobelinsaal: Rainer
Lischkas "Nachtstück" für Streichquartett und Perkussion
(Günter "Baby" Sommer). Man merkt dem Werk an, daß
Lischka große Erfahrung mit rhythmisch betonter Musik und dem Einsatz
von Schlaginstrumenten hat. Hier überraschte ein Spektrum ungewöhnlicher
Klangerzeugung. ...Daß die Komposition gelegentlich an den Klangzauberer
Respighi denken ließ, ist ein Zeichen dafür, wie sensibel Lischka
träumerische Nachtstimmung darstellen kann.
Benjamin Schweitzer in der "Sächsischen Zeitung"
vom 13.10.98:
Rainer Lischkas"Kontakte" ist ein vielgespieltes Stück,
das auch hier eine gelungene Aufführung erlebte, und an dem mir der
überraschend verhaltene Schluß nach der mühsam erreichten,
swingenden Einigkeit der Instrumente besonders gefällt.
Gerhard Böhm in den "Dresdner Neuesten Nachrichten"
vom 18.06.2001:
...War dieser Teil der SINFONIETTA wie ein sogartig strömender
Gesang, von tragischen Akzenten unterbrochen, so fand in den beiden anderen
Sätzen ein Feuerwerk brillanter Orchesterbehandlung statt, bei dem
sich alle Instrumentalbereiche artgerecht auszeichnen konnten und sich
die "Bälle" regelrecht zuspielten. Daß die Lockerheit,
die Farbigkeit, der rhythmische Pfiff und der harmonische Sound bei Lischka
von jazzigen Elementen geprägt werden, nicht zuletzt vom Geiste George
Gershwins und seiner Synthese vom sinfonische Jazz, war selbstverständliches
Markenzeichen der Neuheit.
Dieter Härtwig "Heiteres mit ernstem Anspruch" in DNN
vom 25.04.2007:
Was
der Dresdner Komponist Rainer Lischka … hier bekennt, macht in
wenigen Worten sein schöpferisches Anliegen deutlich, das auf
eine musikalisch-stilistische Haltung, eine Klangwelt zielt, die
locker, gelöst, oft heiter, mit scheinbar leichter Hand
entworfen, zugleich aber mit ernstem Anspruch verbunden ist. Auf der
Höhe zeitgenössischer Kompositionstechnik befindlich, hat
Lischka mit Fortschreibung von Impulsen aus dem Jazz und diversen
rhythmisch-tänzerischen Elementen, die an Gershwin und Bernstein
denken lassen, eine ganz eigene Tonsprache entwickelt, die
Interpreten wie Zuhörern gleichermaßen Freude bereitet,
was bei Neuer Musik recht selten geworden ist.
Bernd
Klempnow "Markante Töne" in SZ vom 25.04.2007:
Werke
von Rang aus der DDR- und ostdeutschen Musiklandschaft stellt seit
Jahren die Bremer Reihe „Zeitgenossen“ vor. Der 28. Teil
widmet sich dem Dresdner Rainer Lischka, der heute 65. Geburtstag
feiert. Es wurde Zeit, dessen rhythmisch-spritzige Handschrift, wie
sie im Tresillo-Concertino markant erkennbar ist, so zu präsentieren.
Zudem gibt es sein jazz-farbiges, aufreizendes Orchesterstück
„Akzente“. Die Arbeiten bilden den Rahmen für drei
avancierte Werke gänzlich verschiedener Schaffensphasen von
Johannes Paul Thilman (1906-1973), der auch lehrend Generationen von
Komponisten wie Lischka geprägt hat.
Hartmut
Schütz "Orgelmusik zur Passion in der Herz-Jesu-Kirche"
in DNN vom 27.03.2007:
Bildhaft
und plastisch hat Lischka das Geschehen des Kreuzweges musikalisch
umgesetzt, getragen von einer sich durch das Stück
fortpflanzenden, dominanten Pedalstimme, deren zu Beginn immer weiter
abwärts steigende solistische Linie die Schwere der Kreuztragung
zu versinnbildlichen vermag. Klar getrennt erscheinen die Stationen,
hervorgehoben in Registercharakteren und geprägt von
unterschiedlichen musikalischen Mitteln: Scharfe Akkordfolgen,
Ballungen, zwei- und mehrstimmige Korrespondenzen von Streicher- oder
Flötenstimmen wechseln einander über dem Bassfundament ab.
Aufschreie aus Clustern gipfeln im vollen Werk, um nach einem Abbruch
in den Choral „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ zu
münden, der variierend in einem introvertierten Schlussdialog
der Manualstimmen über einem dunklen Pedalregister endet.
Lischka experimentiert nicht, sondern schöpft aus einem reichen Fundus
der Tradition, ohne stilistisch retrospektiv zu werden und erzielt
dabei eine starke emotionale Wirkung, die (Christoph) Schumann
wirkungsvoll umzusetzen wusste.
Hans
Peter Altmann "Dresdner Komponisten in der CD-Reihe
'zeitgenossen' " in DNN vom 06.12.2007:
Zu
Thilmans Schülern zählt neben Roland Buchwald, Friedrich
Goldmann, Jörg Herchet, Wilfried Krätzschmar, Udo
Zimmermann u.a. auch der emsige Rainer Lischka (* 1942) Er plädiert
für „Lebenslust, Freundlichkeit, Ausgelassenheit und
Humor“ und schlägt in seinem Werk die Brücke von
Jazz, rhythmischen Akzenten zum „Ernst“ in der Musik,
wobei sich eine typische Lischka-Eigenschaft darin zeigt, wie ernst
er es mit den „leichten“ Impulsen meint. Zwei seiner
Werke bilden Anfang und Beschluss der CD: Tressillo-Concertino für
Trompete und Kammerorchester (mit Mathias Schmutzler und Dresdner
Kapellsolisten, Branny 2004) und – ein gewichtiges
Auftragswerk der Staatskapelle Dresden - „Akzente“
(Rundfunkproduktion mit dem RSO Leipzig, Horst Neumann).
Hans
Peter Altmann "4. Kammerkonzert der Philharmonie"
in DNN vom 18.03.2009:
Wie
schnell wurde dies alles von Günter „Baby“ Sommer ad
absurdum geführt, dessen große Kunst, das Schlagzeug
differenziert, feinsinnig, ausdrucksstark zu bedienen, in den Bann
schlug. Der akustische Crash blieb aus, die intelligente, empfindsame
Be-„Handlung“ der Instrumente dominierte. Zunächst
in einem viersätzigen Nachtstück für Celloquartett und
Perkussion, Sommer gewidmet, von Rainer Lischka.
Dieser
Dresdner Komponist ist dafür bekannt, wie er klug, teils
raffiniert, unterhaltsame Elemente mit Traditionellem, mit „Seriösem“
verschmilzt, dabei selbst höchst seriöse Ergebnisse
vorlegend.
Waren
es die rhythmisch markanten, aber keineswegs banalen Passagen,
Nachdenklichkeit, mitreißendes Stampfen – alle
unterschiedlichen Stimmungen fanden von der Komposition und der
Interpretation her großes Interesse. Schon hier sprengte der
Beifall übliches Maß.
Peter
Zacher "A-cappella-Kammerchor Freiberg in der Freiberger
Petrikirche" in DNN vom 26.10.2009
Gewichtig
waren ein Orgelwerk über einen Freiberger Choral und die
Uraufführung von „Ich glaube, auch wenn…“ für
6-stimmigen Chor und Violoncello des Dresdners Rainer Lischka. Er
verbindet Hölderlin mit einem anonymen Text und einem unter die
Haut gehenden Gebet aus dem Warschauer Ghetto. Seine Komposition
kombiniert Klage und Aufschrei mit eindringlichem Trost, und das
alles mit starker atmosphärischer Verdichtung. Selbst der letzte
Satz „Ich glaube an Gott, auch wenn er schweigt“ verliert
sich nicht in Hoffnungslosigkeit. Der leichtere Mittelteil „Genug
Liebe“ ist weniger dramatisch, aber hält sich doch von
scheinbar heiler Welt fern. Lischka schuf hier Musik, die von seiner
sonstigen Schreibweise abweicht, aber nicht weniger überzeugen
kann.
Communication
from Richard Eastline (Chicago 2011):
A
wonderful satisfying concert (January 9) at the Cultural Center. I
was particularly interested in the two works that were new to me –
Thilman’s “Spiel-Sinfonie” and the “Divertimento
for Strings” by Rainer Lischka. The latter was especially
appealing – a bright, very accessible work that sparkled with
playful melodious writing. It was dazzling in its outgoing virtuosity
and absolutely pleasing to hear. Surely, this is the kind of music
that should delight any audience. It deserves to be played often.
M.
Hanns "Ein schillerndes Intervall" in DNN vom 05.04.
2011:
Es
gab mehrere Gründe, diesen späten Nachmittag im gediegenen
Ambiente der Coswiger Villa Teresa zu verbringen: Das
Eröffnungskonzert der diesjährigen Musik- und Theatertage
(das exquisite Kammermusik versprach), der in frischen
Frühlingsfarben prangende, wieder wunderschön angelegte
Park des Anwesens und nicht zuletzt eine Uraufführung für
Klarinettentrio von Rainer Lischka. Das viertelstündige Werk
trägt den Titel „Tritonus-Trio“
…Vital und kontrastreich erscheinen die Episoden des Stücks,
Frische und Lebensfreude pur, die den Hörer regelrecht
anspringen und mitreißen. Das hatte alles Geist und Charme. Da
gab es einen unverkennbaren Einfluss von Blues, feinsinnig, klug und
effektvoll geschaffene Strukturen, in denen sich der Klarinettist
Fabian Dirr, der Cellist Daniel Thiele und der Pianist Christoph
Berner mit musikantischem Elan, Verve und technischer Perfektion
tummelten. Der Wunsch Rainer Lischkas, man solle den Eindruck eines
sehr musizierfreudigen Improvisierens haben, ging in Erfüllung,
wie der einhellige Jubel des Publikums bewies.
Peter
Zacher "Alle Farben ausgespielt - Die Musiker der TU
Dresden feiern den 50. Geburtstag ihres Orchesters mit
prächtig strahlenden Tönen" in SZ vom 08.02.2011:
In
dem jungen Studenten Daniel Spogis hatte sie (Chefdirigentin Monica
Buckland) einen bemerkenswerten Helfer, der weit mehr tat, als ihr
nur zu assistieren. Am klarsten wurde das bei der von ihm geleiteten
Uraufführung von Rainer Lischkas Orchesterwerk „Fantastische
Physik“. Bei dem Spogis alles herausholte, was der Komponist an
Farben, Formen und Stimmungen in die Partitur geschrieben hat. Auch
hier verbindet Lischka wieder solides kompositorisches Handwerk mit
leichter Fasslichkeit, die er nicht zuletzt gedanklicher Tiefe
verwirklicht.
M.
Hanns "Frühling und Jugend (Die Philharmonischen
Jugendchöre im Konzert)" in DNN vom 10.05.2011:
Der
Kinderchor … hatte am Ende seine hörbare Freude an einem
heiteren Tischtennismatch „Ping-Pong“ – eine
Uraufführung von Rainer Lischka.
Gefühlvoll
ging es mit dem Jugendchor und Volksliedern aus Schweden und
Schottland sowie einem klanglich reizvoll gestalteten, ausdrucksmäßig
in sich geschlossenen irischen Segenswunsch ebenfalls von Lischka
(wundervoll fügte sich das Saxophon des Choristen Wolfgang
Gleixner ein) weiter, bevor ein temperamentvolles brasilianisches
Lied das Programm beschloss.
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